Un-Dead

Evil Dead

Year : 2013 Director : Fede Alvarez Running Time : 91min Genre :
Movie review score
5/5

Fünf Jugendliche auf einer Hütte im Wald, klingt nach einem typischen, aber langweiligen Beginn für einen Horror-Klassiker. Jedoch konnte schon Cabin in the Woods letztes Jahr beweisen, dass es auch anders geht und so ein Anfang nicht zwangsweise für einen vorhersehbaren und öden Storyverlauf stehen muss.

Anfang der 80er war es die Idee von Sam Raimi, Bruce Campbell und Robert Tapert, einen Horrorfilm zu erschaffen, nicht um das große Geld zu machen, sondern um den Menschen eine Geschichte von Schrecken, Furcht und Blut zu erzählen. Trotz einer wankelmütigen Crew, eiskalten Nächten im Wald, Geldproblemen und diverser anderer Probleme, erschufen sie eine Saga die unter Horrorfans einen hohen Kultstatus genießt.

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Ash Williams, Angestellter im S-Mart, in der Abteilung Haushaltswaren, ist mit seiner Kettensäge und seinem “Boomstick” das Aushängeschild für Evil Dead(Tanz der Teufel). Filme, Spiele, Comics, Gastauftritte und sogar ein Musical runden das Franchise ab. Da ist es nur verständlich, dass unter den Fans eine gewisse Skepsis herrscht, wenn von einem Reboot die Rede ist. Jedoch ist es vorhersehbar, soetwas in Erwägung zu ziehen, wenn die Vorlage nur sperrlich von der Öffentlichkeit anerkannt wird. Mit dem “Evil Dead” Reboot hatten Raimi, Campbell und Tapert nochmal die Chance ihr Baby auf die große Leinwand zu bringen, wenn auch nur als Produzenten.

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Wie das Original, beginnt auch der Reboot mit einer Gruppe Teenager auf einer Hütte im Wald. Wobei das nicht die einzigen Gemeinsamkeiten sind. In den 80er Jahren waren CGI und andere digitale Special Effects kein Thema und daher war Stop Motion die bevorzugte Methode. Heute ist CGI die schnellste und günstigste Methode um scheinbar unmögliche Kreaturen und Objekte zum Leben zu erwecken. Zur Freude des Fans wurde auch im neuen Evil Dead auf CGI verzichtet und wenn sich die Ranken in Stop Motion um die Schenkel der Darstellerin wickeln, ist Gänsehaut garantiert. Durch den erhöhten Aufwand der Special Effects bekommt der Zuschauer einen besseren Eindruck des Geschehens und natürlich führen die Szenen manchmal auch zu einer wichtigen Frage, die sich die Meisten von uns schon ewig nicht mehr stellen mussten: “Wie haben die das gemacht?”.

Für Diejenigen die nach dem ganzen Text immernoch auf Storydetails warten, fasse ich die Story mal in einem Satz zusammen:
Eine Gruppe Teenager fährt auf eine Hütte im Wald, findet ein Buch und dank Neugier und Naivität fängt das Grauen an.
Das mag für die Meisten unter euch altbacken klingen, aber Evil Dead vermischt Altbewährtes und Modernes so unterbewusst, dass es für den Zuschauer wie ein völlig neues Erlebnis wirkt. Sogar auf die klischéehafte Sexszene wurde verzichtet und mal ehrlich, wann habt ihr das letzte mal einen Horrorfilm gesehen, der komplett ohne sexuelle Anspielungen auskommt?

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Der Film lässt den Zuschauer, der die alte Evil Dead Trilogie kennt, noch einmal in Erinnerungen schwelgen, mit zahlreichen Andeutungen, Easter-Eggs und Story-Parallelen, die aber so gut eingearbeitet sind, dass ein neuer Fan sich nicht benachteiligt fühlt. Zum Thema Easter-Eggs… Beim Schreiben dieses Textes ist mir etwas aufgefallen, was viel zu passend für einen reinen Zufall wäre. Die Namen der fünf Hauptcharaktere(wenn wir den Hund “Opa” mal außen vor lassen, den ich aber somit zumindest mal erwähnt habe):
David, Eric, Mia, Olivia, Natalie…nimmt man von diesen Namen nur die ersten Buchstaben, erhält man das Übel welches die Evil Dead Reihe von jeher plagt “Demon”, oder zu deutsch Dämon.

Besonders hervorheben sollte man aber noch die Leistung von Jane Levy, welche im Film die Rolle der Mia spielt. Der Charakter Mia ist gleichzeitig Protagonist und Antagonist des Films und genauso schafft es Jane Levy uns mit ihren Augen und ihrer Mimik zu verzaubern und gleichzeitig zu ängstigen.

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Ob durch Grusel, Begeisterung, Nostalgie oder Ekel, es wird ein unvergessliches Filmerlebnis. Selbstverständlich gibt es immer Leute, die sich durch ein Reboot gekränkt fühlen oder einfach nicht zur Zielgruppe gehören und daher etwas zu kritisieren haben, aber im Gesamtpaket hat sich Evil Dead seine Daseinsberechtigung auf dem Horror-Thron 2013 mehr als verdient. Ein würdiges Erbe, welches sich jeder, der dem Horror Genre gegenüber aufgeschlossen ist, unbedingt ansehen sollte.

Für die Ungeduldigen unter euch, nutzt die Credits am Ende des Films um sie zu lesen, oder euch wieder zu beruhigen, denn ihr werdet mit einer Post-Credit Szene belohnt, die weder lang, noch inhaltlich relevant ist und dennoch jedes Fanherz höher schlagen lässt.

miagif

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